Zen im Alltag - Blog

In loser Folge erscheinen hier Betrachtungen, Erfahrungen, Impulse und Fragestellungen rund um Themen, wie Zen und wie die Zen-Übungspraxis mit dem Alltag in Berührung kommen.

Warum dieser Blog?

Müssen wir alle zu allem was sagen? Nö.

Und dann auch noch lesen?. Nö.

 

Hier ist Platz für eigene Gedanken … vielleicht mehr eine Art Selbstreflexion, wie die Zen-Übungspraxis sich im Alltag schlägt. Oder scheitert. Oder ausdrückt. 

Einfach auch als pure Lust am Schreiben.

Wenn dabei sogar ein Beitrag für andere herauskommt: willkommen.

 

Also Selbstreflexion über Zen und Alltag.

 

Dazu kommen knappe Zitate, die helfen, Dinge, Ereignisse und eigene Narrative einzuordnen.

 

Wenn es klappt, erscheinen hier auch kürzere Beiträge von anderen. 

Menschen auf einem Weg, mit ihrem ganz eigenen Hintergrund.

Wird sicher reicher, vielfältiger als wenn nur ich in die Tasten tippe.

 

Dazu kommen aktuelle Buchtipps oder links - und warum diese interessant sind.

 

Und Gedichte.

Und Haiku-Fotos.



November 22: Joana Macy

Seit einiger Zeit beschäftigen mich die grossen Herausforderungen, die Bedrohungen unserer Zeit. Wie wohl jeden von uns.

Krieg, Energiekrise, Covid, Klimakatastrophe als Beispiele.

Es ist schwierig, sich nicht überfordert zurückzulehnen und in die Haltung zu gehen: "Das ist zu gross für mich, da kann ich eh`nix bewirken!" Es gibt auch einiges, was für diese Haltung spricht.

Kenn ich.

Zur Zeit lese ich ein Buch von Joana Macy: Hoffnung durch Handeln. Ich werde sicher hier noch mehr dazu schreiben. Heute nur ein kleiner Ausschnitt - eines ihrer Gedichte ...

 Klima-Aktivisten

 

Heute riskieren wir etwas

um einer Sache willen, die größer ist

als unser getrenntes, individuelles Leben, 

wir fühlen uns mit Gnade beschenkt

von anderen Wesen und von der Erde selbst.

 

Die, mit denen und für die wir handeln, 

geben uns Stärke

und Beredsamkeit

und ein Stehvermögen,

von dem wir nicht wussten, 

dass wir es haben.

Joana Macy


November 22: Klettern&Zen

Neuerdings bin ich Mitglied einer Gruppe mit dem Namen: Golden Climbers. In der treffen sich Menschen ü65, die es lieben zu klettern, am Fels oder auch in der Halle.  

Was das mit Zen zu tun hat? Sehr viel. Wenn ich mich in der Wand bewege, geht es gar nicht anders als ganz da zu sein. Jede Bewegung, jeder Griff, jeder Schritt … die Aufmerksamkeit ist voll da. Keine Chance darüber nachzudenken, ob du mal wieder zur Dental-Hygiene müsstest oder was du noch zum Abendessen einkaufen solltest oder was diese unmögliche Person zu Dir gesagt hat. Alles zu seiner Zeit, das alles ist wichtig, doch nicht jetzt: nur dieser Schritt. Eines von den vielen Dingen, die ich beim Klettern gelernt habe ist, wie sehr nur ein kleiner Schritt, eine kleine Drehung, ganz neue Möglichkeiten aufmacht, weiter zu klettern. 

Golden Climbers … na gut, Silber hätte es auch getan. Es sind Leute, die erste Einschränkungen spüren (oder sogar schon mehr). Menschen, die nicht mehr die sportliche Leistungsfähigkeit haben wie früher - Arthrose, eine Verletzung, eine OP. Solche oder andere altersbedingte Beeinträchtigungen lassen die „alte“ Leistungsfähigkeit nicht mehr zu. Doch, es geht nicht mehr ums beweisen, es geht um die Freude an dieser Bewegungsform. Das Bemühen lässt locker und es ist Platz dafür, umzukehren. Oder es anders zu probieren.

Raum zu geben, sich selber einzugestehen, dass bestimmte Dinge anders als vorgestellt sind, ehrlich und respektvoll mit sich zu sein … was ist das anderes als auf dem Kissen zu sitzen und in den Spiegel zu schauen?